Peter Nennstiel
Zeitzeuge der Nachkriegsjahre
Seite 11

Der letzte Einsatz der Hubinseln 4 und 6. Vor der holländischen Watteninsel "Ameland"

Die Hubinsel Episode endete nach sieben Jahren kurz vor Weihnachten sehr unerwartet. Im Dezember 1987 bekamen wir unsere Kündigungen. Wir wurden Auflieger im Emdener Kohlehafen. Unsere Firma die Hamburger Strabag konnte einfach keine Aufträge besorgen. Der Aufsichtsrat beschloss verkaufen. Als Käufer wurde ein Holländisches Unternehmen gefunden. Wir bekamen noch ein Vierteljahr unsere Heuer weiter, dann war Schluss. Schade. Von irgendwas muss der Mensch leben. Um nicht arbeitslos zu werden, die gutbezahlten Jobs gab es fast nicht mehr, wurde ich wieder Hafenarbeiter (Stauer) bei der Bremer Stauerei Heinrichs. Direkt hinter dem Zolltor Überseehafen. In den nächsten Jahren habe ich nur versucht dort weg zu kommen. Beworben habe ich mich ohne Ende, nur wenn überhaupt geantwortet wurde, waren es Absagen. 1989 suchte das Wasser und Schiffahrtsamt Bremen nautische Assistenten für die Revierzentrale. Vier Absagen. Etwas später wurden dann Matrosen/Motorenwärter mit Patent gesucht. Erneut eine Absage. Etwas später ein Schreiben, von den Mitbewerbern ist keiner zum Vorstellungsgespräch erschienen. Ich möchte doch bitte kommen. Ich wurde fest eingestellt. Für mich war das wie ein Hauptgewinn im Lotto. Arbeiter beim Staat. Mittlerweile war ich schon 46 Jahre alt. Eine Ernüchterung war die erste Gehaltsabrechnung. Die genaue Summe will ich höflichst verschweigen, aber sie war beschämend. Um überhaupt über die Runden zu kommen, machte ich einen Personenbeförderungsschein und habe an den Wochenenden als Taxifahrer etwas hinzuverdient.

Weserdurchruch am 16 März 1981

 


Allerdings wurde mein Gehalt im Laufe der Jahre immer etwas angehoben, heute kurz vor meiner Rente habe ich eine hohe Lohngruppe und noch Anspruch auf eine Zusatzversicherung. Alles in allem kann ich auch heute nach ca. 18 Jahren sagen: Etwas besseres als die Anstellung beim WSA. Bremen konnte mir nicht passieren. Die Sicherheit einer festen Anstellung, ist mit Geld nicht zu bezahlen. Das Gehalt war immer pünktlich auf dem Konto. Kündigungen gab es so gut wie nie. Oder ich will es so formulieren, nur in besonders krassen Fällen. Zusammen mit meinem Arbeitsvertrag, musste ich eine Dienstanweisung zur Schweigepflicht über Internes beim Wasser und Schiffahrtsamt unterschreiben.

Zitat: Die Angestellten und Arbeiter im Bundesdienst haben über die ihnen bei ihrer Tätigkeit bekanntgewordenen Angelegenheiten deren Geheimhaltung durch Gesetz oder dienstlicher Anordnung vorgeschrieben ist, Verschwiegenheit gegen jedermann zu bewahren. Grundsätzlich sind danach alle dienstlichen Angelegenheiten vor Personen, die  von ihnen keine Kenntnis erlangen dürfen auch vor den nächsten Angehörigen, Geheimzuhalten. Verletzungen der Geheimhaltungspflicht sind in der Regel ein Grund zur fristlosen Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Zitat Ende.

1989 mein erstes Wasser Fahrzeug beim WSA. Der Schwimmgreifer Ochtumer Sand.

Nun gut, heute als fast Rentner, hat die fristlose Kündigung ihre Schrecken verloren. Aber das WSA. hat sich immer als guter Arbeitgeber gezeigt und aus Rücksicht auf meine ehemaligen Kollegen, werde ich meine 18 jährige Dienstzeit bei der oben genannten Bundesbehörde nur ganz allgemein und ohne Namensnennung schildern.

WSA Schlepper Priel beim Eisbrechen.


Schlepper Spring. Eisbrechen in und vor der alten Schleuse.


WSA Bus im hohen Schnee.


Auch wenn die Meterologen das Gegenteil behaupten, damals waren die Winter kälter.